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Wissen

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Gedanke und Meinung

Im EnEV-Newsletter vom 3. Juli 2014 wurden wir gefragt, was wir von der geplanten "EnEV-easy" halten. Lesen Sie hier unsere Meinung, die wir als Leser von EnEV-online und professionellem EnEV-Anwender - zusandt haben:

EnEV-easy als bürokratische Verkomplizierung

"Für mich als Fachingenieur mit 12 Jahren Berufspraxis auf dem Gebiet des energiesparenden Bauens und Sanierens ist "EnEV-easy" ist ein weiterer Schritt der Bürokraten eine an sich einfache Thematik, baulicher Wärmeschutz und effiziente Anlagentechnik, weiter und weiter zu verkomplizieren. Ein ähnliches Tohuwabohu ist auch bei den KfW-Förderprogrammen seit Jahren zu beobachten, weshalb wir unser Engagement für die KfW-Bank nach 10 Jahren eingestellt haben.

Dass die Ausstattungsvarianten bei "EnEV-easy" von zuständigen Gremien bei Bedarf beliebig angepasst werden können, ist ein weiterer Schritt die Arbeit eines „intelligenten“ Menschen auf diesem Gebiet zu verunmöglichen. Außer uns scheint kein Mensch bemerkt zu haben, dass der galoppierende EnEV-Anforderungs-Wettbewerb unlängst die Komplexität der deutschen Steuergesetzgebung erreicht hat. Es wird in der Tat immer schwieriger, ja fast unmöglich, die Sinnhaftigkeit einem Auftraggeber oder auch Bürger zu vermitteln.

Ziel scheint es, die EnEV-Anforderungen tagesaktuell abfragen zu müssen, um sich als Planer nicht dem Vorwurf des Subventionsbetruges mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe oder einer Ordnungswidrigkeit in der Größenordnung von bis zu 50.000 Euro konfrontiert zu werden. Sehr hohe Risiken die entsprechend kalkuliert und honoriert werden müssen. Wir halten die Strafandrohungen auf diesem Gebiet für einen hilflosen Versuch das Thema Energieeinsparung den Bürgern zu diktieren und daher für nicht zielführend, ja sogar kontraproduktiv und damit für schädlich.




Energieagenturen sind überflüssig 

Investitionen fördern statt Doppelstrukturen schaffen

Der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz kritisiert die Energieagentur als überflüssig und teuer. Mit der kommenden Eröffnung der Regionalbüros wird auf breiter Fläche viel Steuergeld für das Schaffen von Doppelstrukturen ausgegeben. Dieses Geld könnte besser im Sinne der Energiewende investiert werden.

„Die Energieagentur wäre vor ein oder zwei Jahrzehnten sicher eine gute Idee gewesen“, so René Quante, Geschäftsführer des BdSt Rheinland-Pfalz. „Doch wer heute in Rheinland-Pfalz Rat rund um das Thema Energie benötigt, muss nicht lange suchen. Dafür stehen die vielfältigen Angebote der Verbraucherzentrale, Kammern, freiberuflichen Berater und Kommunen bereit.“ Aus Sicht des Steuerzahlerbundes gibt es keine nennenswerte Beratungsleistung, die auf dem Markt nicht bereits verfügbar ist. Auch als Netzwerker werde die Energieagentur nicht benötigt, da die wesentlich schlankere Effizienz Offensive Energie (EOR), der Vorgänger der Energieagentur, diese Funktion bereits seit Jahren gut erfüllt.

„Die Landesregierung könnte der Energiewende einen besseren Dienst erweisen, wenn die sieben Millionen Euro pro Jahr in konkrete regenerative Energieprojekte fließen würden anstatt in überflüssige Doppelstrukturen“, rät Quante. „Sollte es auch dafür keinen sinnvollen Bedarf geben, so ist Sparen stets die bessere Alternative zum unnützen Verprassen von Steuergeld.“

Quelle: Bund der Steuerzahler vom 11.02.2014


Anmerkung Dipl.-Ing. Dieter Rieger:

An einem dieser offiziellen Eröffnungstage waren wir persönlich anwesend und hatten während dessen das unangenehme Gefühl, dass es sich bei der ganzen Aktion lediglich um das Schaffen von Planstellen für junge Verwaltungswissenschaftler handelt, die sonst keine bessere Stelle gefunden hätten. Unterstrichen wurde dieser Eindruck noch zusätzlich durch die geladenen Referenten sog. “Experten”. Diese waren selbst ganz verwirrt, dass Ihr Vortrag wohl niemanden zu interessieren schien und diesen deshalb kurzer Hand stark verkürzten und schnell wieder beendet haben. Dann wurden noch die obligatorischen Fotos für Presse gestellt, das unwissende Volk muss schließlich über deren Aktivitäten informiert werden, noch ein Paar Häppchen im Stehen, ein bisschen Smalltalk und fertig. Das Jahresgehalt war schließlich mit Vollzug der Veranstaltung gesichert. Ein wenig angewidert haben wir die Veranstaltung noch vor dem offiziellen Ende vorzeitig wieder verlassen.

Was könnte man mit Sachverstand und sieben Millionen Euro jedes Jahr für

Nachhaltigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, Unabhängigkeit knapper werdender fossiler Rohstoffe und Aktivierung der erheblichen Arbeitsplatzpotenziale bei den Erneuerbaren Energien alles realisieren.

Das jährliche Steuergeld wäre in konkreten Energie-Einspar-Projekten besser angelegt. Aber hierfür hat die Landesregierung 2014 lediglich 3,7 Millionen Euro ausgegeben!

Es sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass das Erneuerbare Energien Gesetz [EEG] mit der Aktivierung erheblicher Arbeitsplatzpotenziale nicht das Schaffen von sinnlosen Verwaltungsstellen gemeint hat. In unserer täglichen Arbeit mussten wir leider festgstellen dass die Verwaltungsoffensive einiger Akteure auf diesem Gebiet eher das Gegenteil bewirkt.

Unser Ziel war und ist nach wie vor Nachhaltigkeit, Bewahrung der Schöpfung, Wahrnehmung der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, Unabhängigkeit knapper werdender fossiler Rohstoffe und Aktivierung der erheblichen Arbeitsplatzpotenziale bei den Erneuerbaren Energien.

Dies ist auch die Begründung dafür, weshalb wir trotz tagesaktuellem Verordnungswahn immer noch ausreichend Aufträge erhalten, um unseren Verpflichtungen auch als Steuerzahler nachzukommen."